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Weschitz (Běšice) - Die Geschichte

Beigetragen: Zdena Binterová

(Übersetzung: Gerhard Stübiger und Kollektiv VÚHU unter der Leitung von Ing. Eva Lahodná)

Der Ort Weschitz befand sich am linken Egerufer, 7 km südwestlich vom Kaaden auf einer Seehöhe von rund 250 m. Der Kataster nahm 226 ha ein und die Erde war für Anbau von Hopfen, Zuckerrübe, Weizen geeignet, aber nicht so fruchtbar, wie in den Nachbardörfern. Der Kalkgehalt im Boden machte an einigen Stellen den Anbau schwierig. Weschitz war ein straßenförmiges Dorf, es lässt sich aber voraussetzen, dass die Besiedlung ursprünglich die Festung umschloss. Die Festung schützte nicht nur den alten Salzweg, sondern auch ihre Untertanen.

Der Name Weschitz hat slawischen Ursprung. Die erste Erwähnung von dem Ort stammt vom Jahre 1290, als er als Eigentum der Komotauer Commende des Ordens deutscher Ritter angeführt ist. Im 14. und 15. Jahrhundert war Weschitz ein kleines Landesgut, auf welchem eine Reihe von Besitzern wechselte, z. B. Friedrich von Tschachwitz, die Landedelleute von Weschitz usw. Das Dorf war auch unter mehreren Besitzern verteilt.

Der Besitzer eines dieser Teile baute hier eine Festung, die vom Anfang des 16. Jahrhunderts dem Johann von Saar gehörte. Seine Söhne verkauften sie im Jahre 1543 den Stampachern, die sie aber bald wieder verkauften. Die Besitzer wechselten weiter, bis sie im Jahre 1572 Strojetitzer kauften. Diese zogen sich aber im Ständeaufstand Ärger zu und wurden dann durch die Konfiskationen nach der Schlacht am Weißen Berge heimgesucht.

1628 bekamen Weschitz die Komotauer Jesuiten, die Weschitz dem Ort Welmschloss zuordneten und bauten hier ihren Sommersitz. Sie begannen gleich mit einem systematischen Umbau der Feste in ein Schloss im Barockstil mit vier Flügeln und drei durchfahrbaren, verzierten Portalen aus den Jahren 1671, 1677 und 1723. Auch der Klosterbrunnen, die Statue des heiligen Franz Xaver von 1758 und die Mauer der ersten Terrasse oberhalb der Eger, alles mit den Initialen JHS versehen, erinnerten an die Jesuiten. Ihnen gehörte nicht nur der Meierhof und das Dorf, sondern auch die Schankstube, sog. Wodamühle an der Eger und 170 ha Liegenschaften ringsum. Sie errichteten hier auch ein Brauhaus und einen Braukeller, der mit einem Flur den Klosterkeller verband. Sie bauten neben der Klosterkapelle auch die Gemeindekapelle auf dem Dorfplatz, die dem heiligen Michael geweiht wurde, und eine Kapelle in der Mühle. Die Jesuiten errichteten hier auch 3 Teiche und eine Ziegelei. Die alten Dachziegel waren mit W oder JW (Jesuitenziegelei Weschitz) bezeichnet. Sie entdeckten den Bentonit, den sie für Einfassung der Firste der damaligen Strohdächer benutzten. Sie lenkten das Gesamtleben in Weschitz. Jesuiten errichteten hier eine Schule und übertrugen hierher ihre berühmte Apotheke aus Komotau.

Vor den Grausamkeiten des Dreißigjährigen Krieges wurde der Ort verschont. Die Steuerrolle führte im Jahre 1654 in Weschitz 10 Häusler an, davon einer mit einem Wirtshaus und einem Viehhandel und einer, der auf Kosten der Gemeinde lebte.

Weschitz gehörte den Jesuiten bis zur Aufhebung des Ordens im Jahre 1773. Dann kam es zu dem Studienfond und im Jahre 1813 kaufte das Dorf Familie Benisek von Dobroslav. Seit den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts hatten die Herrschaft Welmschloß einschl. Weschitz die Dobnauer von Treuenwald im Besitz. In der Mitte des 19. Jahrhunderts gehörten 12 von 30 Häusern zur Pfarrei in Tuschmitz (Herrschaft Hagensdorf) und übrige zur Tschachwitzer Pfarrei (Herrschaft Milsau). Im Jahre 1874 wurde Weschitz zu Tschachwitz eingepfarrt, und hier war auch in demselben Jahr ein Friedhof für Weschitz angelegt.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts begann die Kohlenförderung bei Weschitz auf der Wenzelzeche, hatte aber wenig Bedeutung. In 19. Jahrhundert wurde hier der Anbau von Hopfen, Zuckerrüben und Luzernerklee eingeführt, was sehr erfolgreich war.

Als die Gemeinden im Jahre 1850 zu selbständigen Verwaltungseinheiten wurden, wurde es auch Weschitz. Im Jahre 1869 ist es schon als ein Ortsteil von Tschachwitz angegeben und bei dem blieb er bis zu seinem Untergang im Jahre 1967, als er dem Bau der Talsperre Negranitz weichen musste.

Selbst der Ortsteil Weschitz blieb vor verschiedenen Katastrophen nicht verschont - z. B. der Brand vom 1. 9. 1932 vernichtete nicht nur 8 Häuser, sondern auch die bis zum Dach eingefüllten Hopfendarren. Auch Überflutungen der Gärten in der Zeit der Schnee- und Eisschmelze gab es, aber in den Jahren 1931, 1933 und 1935 verursachten angehäufte Eisschollen häufig riesige Schäden.

Eine Schule für Weschitzer Kinder gab es in Tschachwitz. In der Zeit der 1. Republik gab es hier 17 Bauernhöfe bis 50 ha, über 50 nur zwei. Das ehemalige Schloss NC 1 gehörte bis zu Ende des 19. Jahrhunderts der bekannten Familie Gassauer. Nach dem 2. Weltkrieg ist es bis zu seinem Untergang für Fleischproduktion des Staatsgutes genutzt worden.

Eingegeben: 15.4.2005



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