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Dörnsdorf (Dolina) - Die Geschichte

Beigetragen: Zdena Binterová

(Übersetzung: Gerhard Stübiger und Kollektiv VÚHU unter der Leitung von Ing. Eva Lahodná)

Dörnsdorf war ein 1,2 km langes, enges, am Erzgebirgskamm gelegenes Dorf, 1 km südlich von Preßnitz und 12,2 km WNW von Kaaden entfernt. Es lag etwa halbwegs zwischen Preßnitz und dem Bahnhof von Kupferberg. Die Häuschen Dörnsdorfs standen auf beiden Straßenseiten; zu ihnen gehörten auch 2 Wächterhäuser NC 107 und 108 auf der Strecke Komotau - Weipert, die schon eng beim nahen Köstelwald standen. Ein Bestandteil Dörnsdorfs war auch die nahe Ortschaft Orpus.

Die Seehöhe Dörnsdorfes schwankt von 740 bis 770 m. Die erste Erwähnung über seine Existenz befindet sich im Vertrag aus dem Jahre 1431, mit dem sich die Vettern Aleš und Wilhelm von Schönburg die Pürsteiner Herrschaft teilten. Die damalige Benennung lautete Thierlsdorff. Das Dorf erwarb Aleš und bereits im Jahre 1352 wird dort ein Hammer und eine Schmelzanlage auf der Stelle der späteren NC 1 angeführt. Als Aleš 1446 einen Teil des sog. Meierhofes Preßnitz den Lobkowitzern verkauft hat, ist im Vertrag auch die Hälfte des Dorfes Thierlsdorff angegeben.

Das Untertanenverzeichnis auf der Herrschaft Preßnitz gibt im Jahre 1553 in Dörnsdorf 24 Ansässige, die ein Haus und Grundstück besaßen, an - d. h., dass hier rund 5x mehr Untertanen lebten. Unweit der späteren NC 36 stand damals eine Kupferhütte. In der Nähe des Dorfes, in Richtung nach Orpus, gab es eine Reihe von Zechen - besonders Silberzechen. Es wurde auch in Orpus und an der Grenze zu Reischdorf gefördert. Das ziemlich hohe Niveau des hiesigen Bergbaus hat der Dreißigjährige Krieg unterbrochen, als die Zechen geflutet wurden. Es dauerte lange, bis die Förderung wieder betrieben wurde.

Einige Jahre nach dem Krieg lebten hier wieder 24 Häusler, einer davon war Schmied in den Hütten, ein zweiter war Schindelmacher und zwei waren Fuhrleute - einer davon war auch Schankwirt. Neben diesen lebten im Dorf 2 sog. Gärtner. Vieh gab es dort genug. Das bestätigte auch die Steuerrolle von 1654, die auch aussagt, dass das Dorf hauptsächlich Viehzucht betrieb und die Leute Korn mit Fuhrwerken und Schubkarren in die Gegend fuhren und damit handelten.

Das Interesse für Silberzechen wurde erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts wieder belebt. Zu dieser Zeit ermöglichte die wirtschaftliche Lage schon kostspieligere Unternehmen und auch die Entwässerung der überschwemmten Gruben. Bei Dörnsdorf ging es z. B. um die Marie Kirchenbau-Zeche, die sehr ergiebig war, jedoch auch hier der Betrieb zu Ende des 18. Jahrhunderts eingestellt wurde.

Jahrhundertlang gehörte Dörnsdorf zum Gut Preßnitz und mit ihm wechselten auch seine Herren. Die Einwohner waren vom Anfang an überwiegend Bergleute. Die hiesige Gegend wurde wegen zu kurzer Vegetationszeit der Landwirtschaft nicht besonders gut gewertet. Nach Beendigung der Förderung im Bergbau begannen sich die Einwohner mit Klöppelei, Hauserzeugung von Posamenten, Wirkwaren und Handschuhen, Hausierhandel und Fuhrwesen zu befassen. Einheimische Fuhrleute fuhren hauptsächlich zwischen den Städten Leipzig und Prag und führten Getreide, Salz, Holz usw. Nachdem die Eisenbahn 1872 in Betrieb genommen wurde, war dann das Fuhrwesen nicht mehr rentabel. Nicht nur aus Preßnitz, sondern auch aus Dörnsdorf, gingen viele Musiker in die Welt hinaus. Früher gingen sie zu Fuß in die Alpenländer, später fuhren größere Kapellen in die Ferne, manchmal sogar bis nach Orient. Hans Pöschl aus Dörnsdorf kam bis nach Buenos Aires.

Die Kriegsereignisse des 18. und 19. Jahrhunderts betrafen auch Dörnsdorf, am schlimmsten war es aber 1813 begriffen, als hier riesige Truppenteile gegen Napoleon durchzogen. Im Jahre 1850 wurde Dörnsdorf samt der Ansiedlung Orpus eine selbständige Gemeinde und die Verhältnisse begannen sich hier zu verbessern. Die Einwohner- und Häuserzahl wuchs, im Jahre 1876 wurde eine neue Schule errichtet, in Jahren 1893-4 ein Armenhaus, 1895 wurde ein neuer Friedhof eingeweiht, die Gemeinde beschaffte sich 1764 eine neue Orgel und später auch eine neue Uhr für die Barokkapelle des Hl. Franz Seraphischen, die neben der Schule stand. Seit dem Jahre 1899 gab es im Dorf schon ein eigenes Postamt. Die Wasserleitung wurde im Jahre 1906 erbaut und im Jahre 1908 wurde am Preßnitzbach eine kleine Talsperre errichtet. Ihr Damm wurde aus Schlacken der alten Schmelzhütte 1622 erbaut. Die Wassergenossenschaft in Dörnsdorf errichtete auf dieser Sperre auch ein kleines Kraftwerk, das aber nur zur Bewässerung ausgenutzt war. Im Herbst 1994 wurde mit dem Ablassen begonnen, weil das Wasser, das aus den ehemaligen Erzzechen in Kupferberg ins Becken zufloss, mit Sedimenten von Schwermetallen kontaminiert wurde.

Im Februar 1907 wurde in Dörnsdorf eine Spitzenklöppelnschule eröffnet. Im Schuljahr 1912 - 13 besuchten sie 96 Schülerinnen. In Dörnsdorf gab es auch eine landwirtschaftliche Fortbildungsschule, eine Zweigstelle des Landwirtschaftlichforstlichen Vereins für die Gerichtsbezirke Preßnitz und Weipert, eine wechselseitige Pferdeversicherung, Handwerkergenossenschaft für die Gemeinden Dörnsdorf und Köstelwald, eine Bundessparkasse für dieselben Gemeinden und einen wechselseitigen Feuerversicherungsbund. 1914 gab es hier 5 Gasthäuser, 13 verschiedene Geschäfte, 2 Fleischer, eine Werkstätte für Wirkwaren, 1 Holzgeschäft, einen Baumeister, einen Tischler, 4 Schuhmacher, 1 Schneider, 1 Schmied, 1 Bäcker, Friseur, eine Hebamme, 3 Posamentenhändler, 11 Spitzenhändler und 1 Viehhändler.

Nach dem 1. Weltkrieg begann die Einwohnerzahl zu sinken, obwohl sich hier auch Tschechen ansiedelten - im Jahre 1930 lebten hier 13. Im Jahre 1927 wurde in Dörnsdorf eine tschechische Schule errichtet. Die zwangsweise Aussiedlung der deutschen Bevölkerung nach dem 2. Weltkrieg hat das Dorf fast entvölkert. Nur wenige Neue kamen und ihr Leben hier war überhaupt nicht leicht. Anfangs der 50er Jahre litt das Dorf an Trinkwassermangel und es vermehrten sich Beschwerden über die Qualität der Stromversorgung. Zu Beginn der 50er Jahre wurden auch unbewohnte Häuser abgerissen.

Die Einwohnerzahl des gesamten Gebietes sank, darum wurden auch im Jahre 1950 Köstelwald und Wenkau an Dörnsdorf angegliedert und 1960 wurden alle diese Dörfer zu Preßnitz eingereiht. In Folge des Baus des Wasserbeckens kam ganz Preßnitz ins Talsperrengebiet und trotzdem die Häuser der Dörfer Dörnsdorf und Köstelwald nicht in diesem Gebiet standen, sondern nur in der ersten Schutzzone des Trinkwasserbeckens, mussten sie weggerissen werden. Aus Dörnsdorf blieb nur ein im Jahre 1995 renoviertes Denkmal den 65 Opfern des 1. Weltkrieges stehen, und aus Köstelwald nur wenige Häuser und die Kirche erhalten. Das Gelände Dörnsdorfs wurde der Gemarkung Christophhammer einverleibt, das Dorf Köstelwald und sein Kataster kamen zu Kupferberg. Amtlich wurde Dörnsdorf zum 1.1. 1979 gelöst.

Eingegeben: 15.4.2005



Kommentar und weitere Informationen


Dolina [JUDr. Marta Ustrnulová 8.12.2006 16:39] | Reagieren
jedná se o dotaz, nikoliv komentáø/upøesnìní. Potøebuji znát, zda po roce 1945 až do provedení demolic v zájmu výstavby vodní nádrže Pøíseènice byly urèeny k demolicím domy èp. 25, 26 nebo 84, 127.
Dìkuji za odpovìï, pøíp. za sdìlení, v kterém archivu lze najít odpovìï na tento dotaz.

Dìkuji Vám. S pøátelským pozdravem
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