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Gabriellahütten (Gabrielina Huť) - Die Geschichte

Beigetragen: Zdena Binterová

(Übersetzung: Gerhard Stübiger und Kollektiv VÚHU unter der Leitung von Ing. Eva Lahodná)

Gabrielahütten lag im Erzgebirge im Töltschbachtal auf einer Seehöhe von 590 m. Es war ungefähr 4 km südöstlich von der Ortschaft Kallich entfernt und sein Kataster umfasste die Fläche von 1193 ha.

Das Dorf wurde im Jahre 1779 gegründet. Die Gründung hängt mit dem Eisenwerkaufbau zusammen, der hier unter der Leitung des Grafen Jindřich Rotterdam, Besitzer von Červený Hrádek, verlief. Zu Ehren seiner Tochter Gabriela benannte er seine Hütte als Gabrielahütte und von dieser Benennung wurde auch der Namen des entstandenen Dorfes abgeleitet. Bis dahin gab es hier nur ein paar einzelstehende Köhler- und Forstarbeiterhäuser. Es ist interessant, dass bis zum Jahre 1918 neben der deutschen Benennung Gabrielahütten auch das tschechische Akvivalent Gabrielčina Huť verwendet wurde. Im Jahre 1869 wurde das Dorf der Ortschaft Kallich angegliedert.

Der hiesige Betrieb war der Tochterbetrieb der Eisenwerke in Kallich der verfügte ziemlich lang nur über einen Eisenhammer. Nach dem Tode ihres Vaters wurde Gabriela, die den Grafen Georg von Buquoye heiratete, Inhaberin des Eisenwerkes. Seit dieser Zeit begann man die Produktion zu erweitern. Schrittweise wurden ein Hochofen, eine Erzbrechanlage, drei Gestängehammer, ein Blechhammer und eine Zinnanlage in Betrieb genommen. Anfangs des 19. Jh. wurden alle hiesigen Hammer in Blechhammer umgebaut. Im Jahre 1835 wurde hier auch eine Blechwalzanlage in Betrieb genommen und die Produktion war sehr erfolgreich. Im Jahre 1843 wurde das Walzwerk noch um eine Zinnanlage zur Erzeugung der englischen Polierbleche erweitert.

Im Jahre 1859 gehörten zu der Hütte 3 Hämmer mit 3 Schwunghämmern und 3 Wasserrädern, ein Blechwalzwerk mit 5 Holz- und Braunkohleheizungschmiedefeuern und 2 Scheren, ein Blechpolierwalzwerk, ein Puddelofen und ein Gestängewalzwerk. Als Antriebwerk wurden eine Dampfmaschine mit 36 PS und ein Wasserrad mit 10 PS eingesetzt. Im Jahre 1857 wurde schon ein Dampfhammer installiert und der Siemens Generator diente zur Ofenheizung.

Gabrielahütten war kein großes Dorf, so dass es hier keine Kirche und keinen Friedhof gab. Seit dem Jahre 1838 hatte es nur über eine einklassige Schule. Die Pfarrei und die Post gab es in der Ortschaft Kallich. Im Jahre 1858 wurde im Auftrag der gräflichen Forstbehörde eine Schindelmaschine, die durch ein Wasserrad angetrieben wurde, eingesetzt. Die Konkurrenz der neu entstandenen Eisenwerke hatte einen wesentlichen Anteil an dem Untergang des hiesigen Eisenwerkes. Der nächste Grund waren nicht nur schlechte Transportwege sondern auch Mangel an hochwertigen Rohstoffen. Anfangs der 60. Jahre 19. Jh. verkaufte die Gräfin Trauttmanndorf, die Eigentümerin von Červený Hrádek dieses Eisenwerk an „Die Erzgebirgische Eisen - und Stahlgesellschaft in Komotau“. Ihre Unternehmenstätigkeit war auch erfolglos und deswegen wurde der Betrieb im Jahre 1874 stillgesetzt. Neue Inhaber versuchten noch 6 Jahre die Produktion wiederaufzunehmen. Ihre Bemühungen waren aber erfolglos und das Eisenwerk ging im Jahre 1882 endgültig zugrunde.

Am Ende des 19. Jh. wurde hier der Betrieb zur Holzgraupappiererzeugung und die Holzkolbenerzeugungstelle eröffnet. Damals gab es im Dorf 2 Wirtshäuser, deren Inhaber auch eine Fleischerei besaßen und ein Krämer. Das Dorfvorhandensein war voll von der Industrieproduktion abhängig und als diese zugrundeging, verließen ihr Dorf auch die Einheimischen.

Nach der zwangsweisen Aussiedlung der Deutschen war das Dorf unbesiedelt und im Jahre 1955 wurde es amtlich aufgelöst.

Eingegeben: 15.4.2005



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