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Mohlischen (Maleš) - Die Geschichte

Beigetragen: Zdena Binterová

(Übersetzung: Gerhard Stübiger und Kollektiv VÚHU unter der Leitung von Ing. Eva Lahodná)

Molischen befand sich 6 km südöstlich von Duppau auf einer Seehöhe 550 - 570 m. Vom Schloss in Saar führte zum Dorf ein Feldweg, der im Mittelalter ein Bestandteil des Königsweges aus Prag nach Eger wurde. Angeblich führte der Weg durch Totzau, Saar und Kaaden nach Prag. Im 20. Jahrhundert war er fast vergessen, nur Kinder nutzen ihn bei ihren Wegen in die Saarer Schule.

Molischen war ein kleines Dorf, dessen Häuser frei nach den beiden Seiten des erwähnten Fahrweges zerstreut waren. Parallel mit dem Weg fast in der NS Richtung floss der Molischener Bach, der 0,7 km NW vom ehemaligen Ort Molischen entspringt. Bei Sebeltitz mündet er in den Linzbach. Auf dem Molischener Dorfplatz stand eine Holzkapelle mit einem Türmchen und einer Glocke, die die Bewohner des kleinen Gemeindehäuschens dreimal täglich läuteten. Ein Stückchen von der Kapelle war ein Teich, der von Molischener Bach gespeist wurde, gleich wie auch der zweite kleinere Teich auf dem gegenüberliegenden Dorfende. In Molischen gab es nur ein Gasthaus und eine Trafik, nach anderen Einkäufen musste man nach Saar gehen. Von Handwerkern arbeiteten im Dorf nur ein Schuster und ein Schmied, in den letzten Jahren auch noch eine Schneiderin und ein Tischler. Hier lebten 5 Großbauern, die anderen hatten nur kleinere Höfe. Das Dorf war an das elektrische Netz nicht angeschlossen.

Auf dem Gipfel des Molischer Berges (früher Hutberg), auf dessen Hang das Dorf lag, stand wahrscheinlich eine Feste, die den Königsweg bewachen sollte. Trotzdem keine Unterlagen darüber erhalten blieben, hat eine archäologische Untersuchung im 19. Jahrhundert Kellerreste, anscheinend Mauerwerk eines Rittersitzes entdeckt.

Die Anfänge des Dorfes stellt die Mehrheit der Historiker ans Ende des 12. Jahrhunderts, als Maschauer Magnat Milhost 15 Dörfer dem neu errichteten Zisterzienerkloster abtrat, unter ihnen auch Bluwaschowe, das mit Molischen identifiziert war.

Es ist nicht gelungen festzustellen, wann das Dorf in den Besitz der Saarer von Saar kam. Zum ersten Mal ist es jedoch bei der Herrschaft Saar als Malesse in den Landtafeln im Jahre 1544 angegeben und dieses Jahr wird manchmal als erste belegte Nachricht von der Existenz des Dorfes bezeichnet. Th. Schütz führt aber „de Malessova“ bereits im Jahre 1324 in Libri citat an. Die Benennung ist slawischen Ursprungs.

Hundert Jahre lang gehörte Molischen zur Herrschaft Saar und teilte ihr Schicksal. Im Jahre 1654 lebten dort 3 Bauern, von denen 2 aber ihre Häuser baufällig hatten und ein sog. Gärtner, was eine damalige Bezeichnung für kleine Bodenbesitzer ohne eigene Gespanne war. Nach der Steuerrolle Lebensunterhalt der Bewohner aus dem Viehzucht der beste war.

Auch im Jahre 1850, als die Gemeinden selbständig wurden, blieb Molischen bei Saar als sein Ortsteil. Erst im Jahre 1874 teilten sich Sebeltitz, Molischen und Tiefenbach von Saar und bildeten eine selbständige Gemeinde. Auch dann aber gehörte sie zur Pfarrei und zur Post nach Saar, wo auch die nächste Eisenbahnhaltestelle war.

Im Herbst 1946 waren alle Einwohner Molischens im Sammellager in Kaaden konzentriert und später auch zwangsweise ausgesiedelt. Die neuen Ansiedler verließen Molischen 15. 5. 1954, d. h. in der 3. Etappe der Errichtung des Truppenübungsplatzes.

Eingegeben: 15.4.2005



Kommentar und weitere Informationen


Mohlischen/Saar [Thomas Raz 28.6.2007 19:15] | Reagieren
Im Artikel wird erwähnt:

"Auch dann aber gehörte sie zur Pfarrei und zur Post nach Saar, wo auch die nächste Eisenbahnhaltestelle war."

Saar hatte keine Eisenbahnhaltestelle, die nächste Eisenbahnhaltestelle war Olleschau!
Re: Mohlischen/Saar [Vanessa Hünkemeier 2.6.2009 22:53] | Reagieren
Hallo Herr Raz,

ich suche Informationen zu Mohlischen und Saar und möchte Sie gerne zur Gruppe "Kadan/Kaaden und Umgebung" einladen, wo wir Informationen zu der Gegend sammeln. Auch versuchen wir den Nachfahren der ehemaligen Bewohner Antworten zu geben (unpolitisch). Ich würde mich freuen, Sie dort zu sehen.

Freundliche Grüße
Vanessa Hünkemeier

http://www.wer-kennt-wen.de/club_wols8kwi_Kadan___Kaaden_und_Umgebung.html
Maleš hrad [Burle Václav 11.9.2009 22:37] | Reagieren
Není v tomto článku náhodou chyba? Zjistil jsem, že na Malešském vrchu tvrz, hrad, nikdy nebyl. Byl na jiném kopci nedaleko této obce. Jak to tedy je? Prosím odpověď na můj e-mejl. Děkuji!
Máte pravdu [Vlad1 2.11.2011 22:46] | Reagieren
Hrad Maleš byl na Kloboukovém vrchu (Hutberg) různém od Malešského kopce. Je SV od něj. Jsou tam viditelné zbytky valu a příkopu, snad i základy nějaké budovy. Zadejte si "Maleš hrad", najdete i fotografie. Sedláček ale vzpomíná i zbytek nějakého opevnění („snad starověké stráže“). horu hrazenou. Jestli je to totéž, co hrad Maleš, se nedá poznat.
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