EinloggenEinloggen AnmeldenAnmelden  ČeskyČesky
Naschau (Naší) - Die Geschichte

Beigetragen: Zdena Binterová

(Übersetzung: Gerhard Stübiger und Kollektiv VÚHU unter der Leitung von Ing. Eva Lahodná)

Die Gemeinde Naschau lag 6.5 km SW von Komotau auf beiden Ufern des Saubachs auf einer Seehöhe von etwa 293 m. Die erste bekannte Nachricht über den Ort ist aus dem Jahre 1361. Der Bach teilte ursprünglich das Dorf in 2 Teile - den nördlichen, der höher auf dem linken Ufer liegt und den südlichen im Tale.

Seit den ältesten Zeiten gehörte der rechtsufrige Teil zur Hassensteiner Herrschaft, die als Lehen die Schönburger inne halten. Diese ließen sich aber gegen den König etwas zu schulden kommen, und deshalb schickte dieser unter dem Befehle des Nikolaus des Armen von Lobkowitz, Soldaten, die die Burg eroberten. Vom Jahre 1527 an wechselten die Besitzer der linken Dorfseite, bis sie Linhart von Steinbach kaufte und seinem Hassensteiner Besitz einverleibte.

Der andere Teil des Dorfes - am rechten Ufer - war ab 1367 Schoßhof der Stadt Kaaden und nach wechselten sich in seiner Bewirtschaftung 17 Kaadner Bürger ab. Linhart der Jüngere von Steinbach, der nach seinem Vater die Hagensdorfer Herrschaft erbte, kaufte am 4. 12. 1615 auch diesen zweiten Ortsteil mit 6 Untertanen und von dieser Zeit an blieb Naschau vereinigt und unter einer Herrschaft.

Als die Herrschaft der Steinbachs als Strafe für ihre Teilnahme an den Ständeaufständen konfisziert wurde, kaufte alles 1623 Graf Martinic. Im Jahre 1678 kam es zur Aufteilung der Hagensdorf-Brunnersdorfer Herrschaft und Naschau kam damals zu Brunnersdorf. Dort verblieb der Ort bis 1773, als diese Linie der Martinice keine männlichen Nachkommen mehr hatte. Die Ortschaft kehrte darauf in die gemeinsame Herrschaft Hagensdorf - Brunnersdorf zurück. Das Urbar dieser Herrschaft, das 1678 angelegt wurde, führt in Naschau 13 Bauern und einen freien Ausschank an, der verpflichtet war, das Bier aus der herrschaftlichen Brauerei in Kralupp zu beziehen.

Die Beschreibung der Herrschaft aus dem Jahre 1794 führt an, dass Naschau 19 Häuser mit 110 Einwohnern hat, davon waren 2 größere Bauern, 1 Mauerer und 2 Zimmerleute. Den Lebensunterhalt für die Einwohner gewährten die Landwirtschaft und Heimarbeit, zu der auch das Spinnen gehörte. Die Einwohner gehören zum Teil zur Kirche nach Körbitz, zum anderen Teile zur Kralupper Kirche. Seit 1767 gab es im Dorf einen Glockenturm.

Von den Ereignissen, die den Ort erschütterten müssen der Ortsbrand von 1634, bei dem das ganze Dorf abbrannte und auch das Gemeindebuch verbrannte, genannt werden und dann der Wolkenbruch vom 10. zum 11. September 1896. Obwohl der Großteil der Gemeinden am Saubach durch diesen Wolkenbruch betroffen wurde, scheint es, dass Naschau den größten Schaden erlitt. Das Wasser stieg mit unwahrscheinlicher Schnelle bis auf einen Pegelstand von 2 m. Auf einmal wurden die Häuser, Scheunen und Ställe überschwemmt, wobei sämtliche Kälber, 45 Stück Rindvieh und Schweine, an die 100 Stück Federvieh verendeten. Die Leute flüchteten auf die Dächer, wo sie die ganze Nacht in Schrecken verbrachten. Fünf Personen sind damals ertrunken.

Die Katastervermessung vom Jahre 1842 zeigt klar die Unterschiedlichkeit des nördlichen und südlichen Ortsteiles an. Im Südteil ist die Bebauung mit 5 größeren Anwesen in einem Halboval angeordnet, das nach Norden zu geöffnet ist. An den Seiten gibt es 2 kleinere Teiche. Der obere, nördliche Teil aber hat 8 Anwesen die gleichlaufend zum Saubach erbaut wurden. Am östlichen Ende war ein größerer Teich.

Die Bebauung beider Ortsteile war vom Bache etwas abgesetzt. Es bildete sich so zwischen ihnen ein weitläufiger Raum, der aber nicht den Charakter eines Dorfplatzes hatte. Es wohnten hier also 111 Einwohner. Vierzehn von ihnen befassten sich mit der Landwirtschaft.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es zwischen den Orten Naschau und Retschitz 5 Kohlenschächte, von denen der Theresienschacht der erfolgreichste war, und von 1828 bis ins 20. Jahrhundert betrieben wurde. Der bedeutendste hiesige Bergbaubetrieb war der Josef-Schacht, seit der Schacht Saturn. (?) Er wurde zu Beginn der 70er Jahre und mit 2 Unterbrechungen unter verschiedenen Gewerken aufgefahren und bis Ende 1923 wurde hier gefördert.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Naschau 1 Mühle, 1 Wirtshaus und einen Gemischtwarenladen und in 27 Häusern wohnten 145 Einwohner. Der südliche Ortsteil hat sich nicht besonders geändert, wogegen der Nordteil Ende des 19. Jahrhunderts und später ganz umgebaut wurde. Die Mehrzahl der Familienhäuschen wurde in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts meist nach Villenart aufgebaut.

Nach dem Jahre 1945 wurde die deutsche Bevölkerung bis auf unbedeutende Ausnahmen bis zur Hälfte des Jahres 1946 zwangsweise abgeschoben und es gelang nicht mehr, den Ort vollständig neu zu besiedeln.

Im Jahre 1936 meldeten sich von den 217 Einwohnern nur 2 zur tschechischen Nationalität.

Die Neuansiedler kamen vorwiegend aus der Kladnoer Gegend. Im Dorf gab es nur einen Kindergarten und einen Gemischtwarenladen, Alles andere war in Deutsch Kralupp.

Die Sandsteinplastiken aus Naschau und seiner Umgebung wurden rechtzeitig vor der fortschreitenden Abbaufront des Tagebaues Priesen in den Kataster- Platz versetzt.

Das definitive Ende der Ortschaft, die seit 1960 ein Ortsteil von Körbitz war, fällt in Folge des Bergbaues in die Jahre 1981 - 1982.

Eingegeben: 15.4.2005



Kommentar und weitere Informationen


Kein Datensatz

 Kommentar und weitere Informationen
Name:
E-mail:
Pokud chcete automaticky zaslat odpovědi, uveďte Vaší emailovou adresu (v platném tvaru např. ja@seznam.cz). V rámci antispamové ochrany nebude Váš email nikde zobrazen. Poslouží pouze pro automatické zaslání odpovědí na Váš příspěvek.
Thema:
Kommentar/Präzisierung:  
V rámci ochrany proti spamovým příspěvkům opište číslo 16 do následujícího políčka:

   





Více informací ZDE

Trocha reklamy na podporu webu:
TOPlist