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Hinterdaubitz (Zadní Doubice) - Damals

Beigetragen: Katrin Dietzel (Kleinwächterová)

..... Wir haben damals bei Novak gewohnt 1928-38, und so alt war ich damals auch. Wir waren vier Kinder, Schwester Dorothea geb. 1934, Bruder Rudolf 1933, Schwester Irene 1929, gestorben 1942 und ich, der Nikolaus geb. am 06.12.1928. Vater war von1926-28 beim tschechischen Militär und da öfter bei Waffenübungen in Preßburg (Bratislava).Sehr bewegt war`s bei uns, hatten nur einen Raum, Küche, Wohnstube und Vaters Hobelbank in einem Raum, geschlafen haben wir oben unterm Schindeldach.
Trinkwasser mußten wir beim Verwalter unten aus der Pumpe holen, bei Hochwasser unten aus dem Finsterborn, der übrigens noch benutzbar ist. Brauch- und Waschwasser kam aus dem Bach, der auch manche Mahlzeit Forellen geliefert hat.
Vaters Eltern waren im Hegerhaus, wo die Großmutter Gäste bewirtet hat. Sie sind 1933 in die Kreuzbuche versetzt worden und der Pohl-Heger kam dann runter. Die hatten drei Kinder, Sohn Franz gefallen, Tochter Annel hat nach Daubitz geheiratet und ist von dort nach Nesselwang gezogen, wo sie im vorigen Jahr verstorben ist. Der jüngste Sohn war an Zucker erkrankt und verstarb. Die Alten sind dann auf Rügen gewesen. Im Forsthaus war dann Familie Fiedler, nachdem Förster Herning (kann auch falscher Name sein) nach Daubitz versetzt wurde. Das nächste Haus war bei Richter, wo dann ab 1935 eine Schulklasse eingerichtet wurde, alles was anfiel in einer Klasse. Bis 1933 war die Schule in Hinterhermsdorf, dann bis 1935 in Zeidler. Herr Richter hatte eine Drechselbank mit Fußbetrieb, denn es gab im Loch noch keinen Strom und auch etwas Landwirtschaft. Ich habe ihn in den 60-er Jahren in Hinterhermsdorf getroffen. Frau Richter ist zeitig gestorben, hatten zwei Töchter.
Dann war noch die Böhmische Mühle ( die Mühle hatte eine eigene elektrische Anlage), die von Fam. Eis bewirtschaftet wurde, Sohn Walter war im Krieg gefallen. Zur Böhmischen Mühle ging der Straßenverkehr kurz über deutsches Gebiet, war auch komisch, in der Tschechei war damals Linksverkehr und hier mußte rechts gefahren werden.
Jeden Sommer kamen Zigeuner ins Loch. Ein Reißigbesen neben der Haustür hat die zigeuner abgeschreckt und sie sind nicht ins Haus gekommen.
Bei uns oben bei den Novaks hatte Sohn Otto, welcher übrigens Schimek hieß, die schöne Burg gebaut, bei deren Entwurf auch mein Vater beteiligt war. Otto war dann beim deutschen Militär und mußte nach der Gefangenschaft nach Deutschland gehen, weil er mit den tschechischen Gepflogenheiten nicht zurecht kam. Novaks Tochter Elfriede, jetzt 81 Jahre, wohnt in Schönlinde im Altenheim, und Tochter Kristine ist in Jirikov. Otto ist vor einigen Jahren verstorben.
Oben an der Zeidlerbrücke ist 1934 oder1935 eine Zollstation eingerichtet worden. Wir wohnten hinter dem Schlagbaum, also im Niemandsland. Sind viel nach Hinterhermsdorf einkaufen gegangen und wurden nur kontrolliert, wenn wir den Ort verließen.
Vater ist im Sommer nach Sachsen viel zum Heuhauen gegangen (zu Fritzsche auf dem Langk und zum Tischer Karl auf dem Neudorf). Mutter ging dann auch mit uns dorthin helfen. Bei Fritzsches hatten sie zu der Zeit noch einen „Göpel“ zum Dreschen.
So, das war`s nun aus dem Loch. Wir sind dann im Dezember 1938 nach Kittlitz gezogen. Ich war 1942 im Landjahr in Domstadtel in Mähren. Habe dann in Kittlitz Ziseleur gelernt, wurde 7 Wochen eingezogen und am 10.Mai 1945 schon zu Hause. Dann ab August eine Art Internierung bis Frühjahr 1946 in Brisa auf einem großen Gut, Nähe Raudnitz (Roudnice). Der Vater war 1945 für ein viertel Jahr im tschechischen KZ, da aber gegen ihn nichts vorlag, wurde er entlassen. Im Juli 1946 wurden wir ausgewiesen und ab ging es nach Barth in Mecklenburg. Weil es mit Arbeit nicht klappte bin ich 1951 hier auf dem Schacht gewesen bis 1978, dann war`s auch Schluß. Habe dann noch 5 Jahre in der Nachfolge als Zerspaner gearbeitet und bin seit 1984 Invalidenrentner.
So, das war`s von früher bis heute. Ich hoffe doch, Ihnen bei Ihren Nachforschungen etwas geholfen zu haben

Reinhard Kleinwächter




Eingegeben: 31.8.2006



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