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Pilsen - Kaserne des 35en Regiments (Plzeň-kasárna 35.pěšího pluku) - Die Geschichte des 35. Regiments und seiner Kasernen

Beigetragen: Pavel Frýda

Das 35. Regiment wurde durch ein Dekret des Leopold I. am 8. Januar 1683 gegründet. Während der drei Jahrhunderten seiner Existenz nahm er an 72 Kriegszügen und mehr als 60 Schlachten teil. Ein Teil des Regiments war an der Verteidigung Wiens gegen die Türken beteiligt. Das Pilsner Regiment nahm auch an den Türkenzügen des Prinzen Eugen von Savoyen teil, belagerte 1688 Belgrad und 1716 Peterwardein. Auch im Erbenkrieg um die spanische Krone waren die Pilsner beteiligt, sowie im Siebenjährigen Krieg gegen Preußen, damals unter Führung des Marschalls Daun und des Generals Laudona. Mit ihnen waren sie an der Zerschlagung Friedrichs Armee in der Schlacht bei Hochkirch 1758 beteiligt.

1769 erhielt das Regiment die Nummer 35. 1771 erhielt er offiziell die Region Pilsen zugeordnet, Sitz des Stabes war die Bezirksstadt Pilsen. In den Jahren 1792 bis 1815 nahm er an den Napoleonkriegen teil, darunter bei der berühmten Schlacht bei Aspren 1809 (heute Stadtteil von Wien) . Die Verfolgung der zersprengten Armee Napoleon nach dieser Schlacht führte zu schweren Verlusten im Regiment. Aktiv war er auch an der Schlacht bei Solferino 1859 in Italien beteiligt, sowie im Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 als er bei Sadov den Rückzug der österreichischen Armee deckte.

Schwere Verluste mussten die 35er auch im 1. Weltkrieg an der russischen und italienischen einstecken. In der Schlacht bei Zborow (2.7.1917) trafen sie auf die böhmischen Legionäre, die in der russischen Armee kämpften. Darunter sollen sich Verwandte und Bekannte aus Pilsner Region gegenübergestanden haben. Ein Großteil der inhaftierten 35er solle dann in die tschechische Legion eingetreten sein.

Am 9.12.1918 gründete man im italienischen Padua den 35. Lanzeknecht Regiment Foligno. Beide Legionen sowohl die bisherige wie auch die Legionäre beschützten nach der Gründung der Tschechoslowakei am 28.10.1918 die Grenzen des neuen Landes, meist in der Slowakei und bei Teschen. Am 1.1.1920 vereinigte man beide Regimente zum Lanzeknecht-Regiment Foligno. Den letzten Kampfeinsatz hatte das Regiment im September 1938 bei allgemeiner Mobilisation gegen die deutschen Besatzer. Nach 1945 wurde das Regiment nochmals in Klattau ins Leben gerufen, nach Taus verlegt, dort ging jedoch die Namensgebung gänzlich verloren.

Noch 1993 setzte der 21. Mechanische Einheit von Janowitz an der Angel die alte Tradition fort. Diese Einheit wurde dann 2004 auch aufgelöst.

Mit dem Bau der Kaserne begann man am 6. Mai 1820. Bis zu diesem Zeitpunkt quartierte man die Soldaten in Häusern und sonstigen zivilen Räumlichkeiten ein. Die Gebäude erstellte man oberhalb der Blinden bzw. Skvrnany Tor. Die Fertigstellung und feierliche Einweihung erfolgte am 5. Oktober 1826 unter Inspektion des Kaisers Franz I. Einen weiteren kaiserlichen Besuch erhielt die Kaserne am 27.8.1885, als Franz Josef I. Pilsen besuchte und bei dieser Gelegenheit auch an Manövern teilnahm.

Zum Leben in der Kaserne gehörte auch der Zapfenstreich, der in den Sommermonaten um 22.00 Uhr geblasen wurde, im Winter eine Stunde früher. Dabei zogen die Trompeter und Trommler auch um die Ecken der Kasernen, damit sie auch die in den Wirtschaften feiernde Soldaten erreichten, denn nur die wenigsten Soldaten hatten eine Uhr. Später, dann bis 1945 wurde der Zapfenstreich nur innerhalb der Kaserne geblasen.

Nach dem 1. Weltkrieg nutze die Armee zwar noch das Geländer, die Besatzungen wurden jedoch im Laufe der Jahre nach Tachau verlegt, in Pilsen blieb nur noch die Reserve. Am 15.3.1939 wurde die Kaserne sofort durch die Wehrmacht besetzt, die während des gesamten Kriegs blieb. Während der Maiaufstände am 5.5.1945 schossen die unterlegenen deutsche Armeen aus den Fenstern auf die Aufständischen. Am nächsten Tag wurde nach einem längeren Schusswechsel die Kaserne eingenommen und die Soldaten in das Gefangenenlager bei der Bor-Talsperre gebracht. Der Transport der Gefangenen wurde teilweise von der aufgebrachten Zivilbevölkerung angegriffen. Nut unter Einsatz der Amerikaner konnten die Deutschen vorn einem Lynchen gerettet werden.

Die Kaserne nutze kurze Zeit die tschechische Armee, seit den 50er Jahren war sie jedoch verlassen und verfiel. 1969 erfolgte der endgültige Abriss.

Quelle: Webseite KORUNA ČESKÁ, www.kc-plzen.cz Plzeň 1935-1965


Eingegeben: 17.3.2007



Kommentar und weitere Informationen


Infanterie Regiment [Pavel Frýda 21.3.2007 22:29] | Reagieren
Dobrý den,
předem se omlouvám, nejsem odborník na němčinu, spíše na vojenské záležitosti a terminologii. Domnívám se, že vhodnější výraz než Lanzknecht Regiment je pro 35.pěší pluk Infanterie Regiment, tento výraz byl užíván i dobovou, výhradně německou, terminologií za Rakouska. Lanzeknecht Regiment by byl česky kopinický, nebo také pikenýrský. Kopiníci byli za třicetileté války druh vojska, vyzbrojený píkou, dlouhým čtyřmetrovým kopím, a tito chránili mušketýry před útokem jízdy. Některé útvary si název kopinický udrželi i po ztrátě významu jejich zbraně, třeba i v I.svět.válce, ale o plzeňském 35.pěším pluku lze výhradně hovořit jako o Infanterie Regimentu, i o jeho duálně očíslovaném pluku v Itálii. Ještě jednu drobnost bych opravil-po r.1920 byl pluk postupně přemisťován do Klatov (Klattau), nikoliv do Tachova (Tachau).
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