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Schloppenhof (Slapany) - Verhör eines Geflohenen aus dem Jahr 1955

Beigetragen: Alexej Kokorev, Cheb

Der 1910 in der Slowakei geborene und zuletzt in Cheb/Eger wohnhafte Jan M. floh 1955 in den Landkreis Tirschenreuth. Die Bayerische Grenzpolizei vernahm ihn am 16. Juni in Waldsassen. Über die Gründe seiner Flucht gab Jan M. folgendes an:
"Ich lehne das derzeitige Regime in der CSR grundsätzlich ab. Deshalb habe ich mich auch bis heute geweigert, mich politisch organisieren zu lassen. Ich hatte deswegen gerade in letzter Zeit Schwierigkeiten mit meinem Betrieb, d.h. ich wurde dauernd aufgefordert, mich endlich organisieren zu lassen. Den Umständen nach musste ich annehmen, dass ich entweder bald meine Stellung bei der Staatsbahn verlieren oder verhaftet würde."
"An sich wollte ich schon 1948 nach Bayern fliehen. Ich dachte mir aber, dass sich das kommunistische Regime doch nicht allzulange halten würde können und verschob deswegen immer wieder meine Flucht.
Am Mittwoch den 15. 6.1955 hatte ich die Sache endgültig satt und fasste den Entschluss, noch an diesem Tage nach Bayern zu fliehen. An diesem Tage in der Frühe um 6h beendete ich meinen Dienst. Von 8-11h besuchte ich eine Betriebsversammlung. Um 16h brach ich von meiner Wohnung auf und lief der Bahnlinie entlang bis kurz vor die Bahnstation Schloppenhof (Slapany). Hier verstecke ich mich in einem Gebüsch, um bis Einbruch der Dunkelheit die Karten zu studieren, die ich bei mir trug. Als ich einige Zeit in der Dunkelheit marschiert war, kam ich an einen Drahtzaun. Ohne Überlegung schmiß ich meinen nassen Mantel über den obersten Draht, der mit Isolatoren befestigt war und griff mit der anderen Hand den Stacheldraht. Als ich über den Mantel griff, bekam ich einen Schlag, der mich leicht betäubte. Ich berichtigte mich insofern, als ich den Schlag nicht am ersten Draht, sondern am mittleren erhalten habe. Der erste und der dritte Draht waren nicht unter Strom gesetzt. Bei der Berührung eines so genannten Stolperdrahtes, löste ich ein Alarmzeichen aus, das aus einem Leuchtzeichen bestand. Da ich wusste, dass ich mich nicht mehr weit von der Grenze befand, lief ich, was ich laufen konnte. Ich erreichte eine Fluß, den ich teils durchwatete, teils durchschwamm, durchquerte dann einen Wald und kam dann bei einer Kapelle auf eine gute Teerstrasse. Nun schlug ich versehentlich die falsche Richtung ein und ging wieder Richtung Grenze, weil ich glaubte, die Strasse führe nach Schirnding. An einer Eisenbahnbrücke in einer kleinen Ortschaft (Hundsbach) nahmen mich dann deutsche Grenzbeamte in Empfang."
Jan M. wird außerdem von der Bayerischen Grenzpolizei über militärische Einheiten und Anlagen, die politischen Verhältnisse und Lebensverhältnisse ausgefragt.
Quelle: BayHStA, Präsidium der Bayerischen Grenzpolizei 1060, übernommen von www.onlinemodule.eu

Eingegeben: 19.4.2007



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