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Holletitz (Holetice) - Die Geschichte von Holletitz

Beigetragen: Vanessa Hünkemeier

Holletitz muss leider zu den untergegangenen Orten gezählt werden, da von der ursprünglichen Ortschaft nur noch eine Hand voll Häuser existiert. Holletitz lag 8,5 km süd-süd-östlich von Komotau entfernt und 265 m über dem Meeresspiegel im Brüxer Becken an der 1881 erbauten Bezirksstraße Priesen – Horatitz – Saaz in der Nähe der Eisenbahnstationen Priesen und Horatitz.

Holletitz wird erstmals 1195 schriftlich erwähnt. Es gehörte dem Lausitzer Kloster Grünhagen. Zur Zeit der Luxemburger kam es wahrscheinlich in weltliche Hände, wechselte dann aber rasch seine Besitzer. 1832 wütet im Ort die Cholera. In der Nacht vom 9. auf den 10.09.1896 wurde auch Holletitz wie das ganze Saubachtal von einem Wolkenbruch heimgesucht.

Das kleine Dorf bestand hauptsächlich aus freistehenden Bauernhöfen. Die Schüler fuhren mit dem Zug zur Volksschule nach Priesen und nach Komotau zur Mittel- und Oberschule. Sonntags ging es zu Fuß, auch bei Eis und Schnee, nach Strahn zum Gottesdienst. Die Verstorbenen der Holletitzer wurden auf dem Friedhof in Strahn beerdigt und die Gräber wurden immer nach dem Gottesdienst aufgesucht.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts umfasste das Gemeindegebiet 270 ha, fast ausschließlich Äcker. Davon waren nur 34 ha Gärten, Wiesen, Weiden und unfruchtbarer Boden.
Der Saubach war das einzige fließende Gewässer. Die Regenwasser rissen gegen Tschern tiefe „Racheln“ (Regenfurchen, die die Ausbildung einer geschlossenen Vegetation verhindern). Jede Wirtschaft hatte einen Brunnen. Das beste Trinkwasser lieferte der Gemeindebrunnen beim Wächterhaus Nr. 27. Sein Abfluss speiste die Ortsteiche.
Die Bewohner lebten hauptsächlich von der Landwirtschaft. Im Dorf gab es 1 Schmied, 1 Schuhmacher, 2 Wirte und 1 Ziegelei. Außerdem gab es einen kleinen Kolonialwarenladen in Holletitz. Dieser und eine Gastwirtschaft wurden von der Familie Löffler betrieben. Der Bäcker Haferzettl aus Priesen brachte 1-2 mal in der Woche Brot, Mehl, Hefe und Brötchen. Sommer erwähnt noch einen Steinkohlen-Bruch. War jemand krank kam der Arzt, Dr. Hübler, ebenfalls aus Priesen.

Die rationell betriebene Landwirtschaft ergab (vermutlich) im Jahr 1930 folgende Erträge:
350 hl (Hektoliter – 1 hc = 100 Liter) Roggen, 450 hl Weizen, 600 hl Gerste, 300 hl Hafer, 350 hl Hülsenfrüchte, 300 t Klee und Heu, 1.000 hl Kartoffeln, 400 t Rüben, 15-20 q (Kubikmeter) Hopfen.
Zur selben Zeit gab es an Tieren:
15 Pferde, 100 Rinder, 20 Ziegen, 150 Schafe, 60 Schweine, zahlreiches Geflügel, mehrere Bienenstöcke.
Der Obstbau war im Aufschwung begriffen. Es wurden Baumschulen angelegt und vorzügliche Sorten gezüchtet. In den kleinen Ortsteichen wurden Fische gezüchtet. Die Jagd war an die Hagensdorfer Herrschaft verpachtet.

Am Tscherner Weg stand eine Bildsäule mit dem Erlöser, die am 24.05.1710 von Karl von Holletitz errichtet wurde.
Am Kreuzungspunkt des Strahner Wegs mit der alten Straße ließen Franz und Marie Kräupl 1897 zur Erinnerung daran, dass hier ein Schnitter vom Blitz erschlagen wurde, ein modernes Kreuz errichten.
Am Ortseingang erhob sich ein von der Gemeinde errichtetes Kruzifix.

1847 hatte Holletitz 24 Häuser mit 131 Einwohnern und gehörte zur Domäne Hagensdorf und Brunnersdorf, 1850 zum Bezirk Komotau.1896 waren es 31 Häuser mit 160 deutschen, katholischen Einwohnern. Ab 1960 gehörte Holetice, wie es nun hieß, zur Gemeinde Střezov (Stresau, auch Strössau) und ab dem 14.06.1964 zur Gemeinde Břeszno (Priesen).

Die Informationen wurden der Heimatchronik des Komotauer Bezirks entnommen sowie den Aufzeichnungen der Ortsbetreuerin Frau Gertrud Frieß. Sie lebte bis zu ihrem 11. Lebensjahr in Holletitz und ihr Vater Justin Kräupl war der letzte deutsche Bürgermeister in Holletitz.

Eingegeben: 10.11.2008



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